M2_1 Interkulturelles Lehren und Lernen

•    Lernatmosphäre, die das interkulturelle Lernen begünstigt
•    Interkulturelle Unterrichtsmethoden

Kurzbeschreibung der Übung

Dieser Teil des Moduls basiert auf Byrams Modell zum interkulturellen Lernen, das in Modul 1 vorgestellt wurde.
Mehrere Übungen und Handouts begleiten eine PPT-Präsentation (M2_1_1_Planung und Umsetzung von Lernerfahrungen).

Lernatmosphäre, die das interkulturelle Lernen begünstigt
Eine erste Annäherung erfolgt durch eine Übung mit dem Namen “opinion  line” – Meinungslinie.
Es folgt eine Präsentation über die Merkmale einer das interkulturelle Lernen begünstigenden Lernumgebung und Lernatmosphäre, in deren Rahmen auch ein Überblick über entsprechende Unterrichtsmethoden gegeben wird. Eine in ihrer Diversität typische Schulklasse von heute wird vorgestellt. Anschließend wird auf die Kompetenzen und Einstellungen der Lehrkraft sowie ihre Rolle bei der Schaffung einer positiven Lernatmosphäre eingegangen. Ein weiterer Überblick über Unterrichtsmethoden schließt sich an. Besonders eingegangen wird auf die als critical incidents bezeichnete Simulations-Methode. Es folgt ein Vorschlag für eine Beobachtungsaufgabe, die die Gruppe bearbeiten kann.

Interkulturelle Unterrichtsmethoden
Der Präsentation und den Übungen zum Thema Methoden und  Lernvoraussetzungen, welche kulturelles Lernen begünstigen, folgt nun eine Präsentation über task based learning.
Die Präsentation gibt eine Definition für ‚tasks‘, zeigt relevante task-Merkmale auf, gibt einen Überblick über das Artikulationsschema für task based learning und  verweist so auf nützliche Methoden für die Entwicklung von tasks.
Ein gelungenes Beispiel wird vorgestellt, und die Teilnehmer/innen haben Zeit, in Gruppen über die Besonderheiten des TBL zu reflektieren und zu diskutieren.

Grundlegende Lernergebnisse

Die Teilnehmer/innen
•    sind in der Lage, eine Lernatmosphäre zu schaffen, die die Lernenden dazu ermutigt, ihre eigenen Werte und Einstellungen, ihr Denken und Fühlen kritisch zu hinterfragen – über den ersten Anschein hinaus unter die Oberfläche zu blicken.
•    wissen, wie mit critical incidents mit interkulturellen oder sprachlichen Problematiken umgegangen werden kann.
•    haben task based learning-(TBL)-Methoden kennengelernt, die interkulturelles Lernen begünstigen.
•    sind befähigt, für eine Lernatmosphäre zu sorgen, die die Begeisterung und die Kreativität der Schüler/innen fördert und zu interkulturellen Lernerfahrungen beiträgt.

Materialien

M2_1_1_Planung und Umsetzung von Lernerfahrungen (Folien 1 – 21)
Ja-Nein-Schilder und Linie/Seil, ausreichend Platz, damit die Gruppe sich aufstellen kann
M2_1_2_Opinion line (Meinungslinie)
M2_1_3_Diversität in Gruppen  (Alternative zu M2_1_2)
M2_1_4_Beobachtungsaufgaben
M2_1_5_Die critical incident Methode – ein Simulationsansatz
M2_1_6_Task based learning – Aufgabenorientiertes Lernen
M2_1_7_Roots reflected

Zeit

Etwa 15 Minuten für Einführungs-Übung mit Reflexion.
Etwa 30 Minuten für Input über Lernatmosphäre, Überblick über Unterrichtsmethoden einschließlich Erklärung der Wahlaufgabe „Beobachtungsaufgabe”
Etwa 30 Minuten für die critical  incident Simulation (zusätzlich)
Etwa 20 Minuten für Input: Folien zu task based learning und task cycle
Etwa 15 Minuten für die Analyse des gelungenen Beispiels “Roots reflected”

Tipps

Die Einstiegsübung opinion line wird vorzugsweise im Freien durchgeführt – besonders nach der Mittagspause. Die Gruppenleiter/innen sollten dabei keine Diskussion über Klischees anstoßen und bedenken, dass der Übung eine Reflexion folgen muss. Geeignete Ja-Nein-Aussagen, die Sie nach Bedarf verändern können, finden Sie in M1_2_3_Handout Interkulturelle Aktivitäten auf Seite 8 (siehe Handout  M2_1_2_Opinion line (Meinungslinie)).

Alternativ kann als Einstieg die Übung Diversität in Gruppen: Das Vier-Farben-Spiel durchgeführt werden. Einer neu zusammengestellten Gruppe macht es viel Spaß, sich auf diese Weise kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu finden, über Diversität zu sprechen und die große Bandbreite von Interessen, Talenten und Biographien der Anwesenden zu erleben. Die Übung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, sich zu bewegen, sodass sie auch gut nach der Mittagspause durchgeführt werden kann. Die Gruppenleiter/innen benötigen eine vierfarbige Projektion – am besten mittels eines OHP. Alle Teilnehmer/innen erhalten einen Satz farbiger Papierstreifen. Nach jeder Ankündigung zeigen sie, für welche Farbe sie sich entschieden haben. Dann finden sie sich zur Diskussion in farb-gemischten Gruppen zusammen. Der/die Gruppenleiter/in beendet jede Runde mit einem akustischen Zeichen.

Die critical incident Methode sollte mit Fingerspitzengefühl eingesetzt werden, insbesondere wenn Mitglieder der Gruppe im Augenblick mit interkulturellen Missverständnissen und/oder Verständigungsproblemen zu kämpfen haben oder von Konflikten aufgrund interkultureller Missverständnisse oder aufgrund mangelnder interkultureller (kommunikativer) Kompetenz betroffen sind. Dies ist eine zusätzliche Übung, die leicht sehr zeitaufwändig werden kann. Darüber hinaus gibt es in den anderen Modulen ähnliche interkulturelle Szenarien. Es kann vorteilhaft sein, für das Entwickeln einer critical incident Simulation auf biographische Daten der Teilnehmer/innen zurückzugreifen, um mithilfe der Analyse- und Reflexionsfragen interessante Diskussionen anzustoßen.

Im Zusammenhang mit dem Handout Beobachtungsaufgaben kann es Aufgabe der Gruppe sein, während einer Exkursion oder einer Studienfahrt zu einer Schule oder in ein anderes Land Beobachtungsaufgaben wie die beschriebenen zu bearbeiten. Der/die Gruppenleiter/in sollte vor der Fahrt per Brainstorming die Ideen der Teilnehmer/innen für Beobachtungsaufgaben sammeln. (Dazu kann auch das Fotografieren kulturell interessanter Motive gehören. Bei einer abendlichen Präsentation der Bilder können Diskussionen über die individuelle Wahrnehmung aufgrund individueller Werte und Einstellungen entstehen.)

Präsentation über task based learning und task cycle: Folien können je nach Interesse und Vorkenntnissen der Teilnehmer/innen oder aus Gründen des Zeitmanagements weggelassen werden.

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.

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